 |
|
 |
Alltag
Obwohl an vielen Mauern steht, dass man nicht dranpinkeln darf, sieht man es allenthalben. Es gibt aber auch „Sitzpinkler“. Ich glaube, dass es sich dabei um Muslime handelt, die dabei auch gleich ihre Reinigung vollziehen.
Nachts ist es sehr romantisch, durch die Straßen zu fahren. Die Händler haben jetzt Petroleumlampen brennen, auch viele bunte Lichtreklame oder grelles grünes Licht in den Räumen. Als wir nachts mit dem Flieger über Lomé eingeschwebt sind, sind mir die vielen Feuer aufgefallen und ich dachte, es handele sich dabei um Lagerfeuer. Jetzt weiß ich, dass es sich um eine Art dezentrale Müllverbrennung handelt bei der der Müll des Tages zusammengekehrt und angezündet wird.
Stromsperren sind keine Seltenheit. Jetzt weiß ich auch, warum man überall in den Supermärkten CampingGaz bekommt, um die Gaslaternen zu betreiben. Das Schlimme daran ist, dass dann auch keine Klimaanlage und kein Ventilator mehr geht, und es sofort unerträglich dampfig wird.
Man wird, wie in allen armen Ländern, massiv angebettelt. Aber wenn man ebenso hartnäckig wie freundlich zu verstehen gibt, dass man nichts geben wird, wünschen sie einem manchmal sogar ein „bon voyage“ hinterher. Aber gerade in der Ecke der Kunsthandwerker ist die Bedrängnis sehr groß. Man muß beim Handeln mindestens wenn nicht weniger als die Hälfte des geforderten Preises dagegen bieten.
FaunaHier fliegen zwei Arten von Fledermäusen rum. Große, vegetarisch lebende Flughunde mit ca. 30 cm Spannweite und eine kleine Art, etwa so groß, wie unsere heimischen Hufeisennasen. Diese fischen Insekten aus dem Pool, sogar während wir darin schwimmen. Außerdem jagen in der Dämmerung vier Ziegenmelker. Einer hat sich sogar im Licht des Halogenscheinwerfers unmittelbar vor mir im Rüttelflug präsentiert. Am Lac Togo habe ich einen großen schwarz-weissen Eisvogel bei der Jagd beobachten können. Riesenkakerlaken sind auch keine Seltenheit.
WirtschaftTogo ist ein armes Land. Seit den Unruhen in den 90er Jahren haben sich die ausländischen Investoren zurück gezogen. Einzige Einnahmequellen sind Erdnüsse, Baumwolle und vor allem Phosphat. Am Hafen ist auch eine große Zementfabrik. Obwohl täglich im Hafen große Schiffe anlegen, die Hafengebühren müssen aus unerklärlichen Gründen an Abidjan/Elfenbeinküste abgedrückt werden. Während der Ausflugsfahrten sieht man Teakholzplantagen für die handwerklichen Möbelschreinereien. Angebaut wird außerdem Mais, Maniok, und natürlich Obst, wie Mango, Papaya, Ananas, Kokos und Bananen. Aber eben nicht großbetrieblich sondern in familiären Kleinbetrieben. Jeder versucht sich und seine Familie mit Handel, Tauschgeschäften oder handwerklichen Fähigkeiten über Wasser zu halten. Die Schattenwirtschaft blüht.
Die Menschen sind durchwegs freundlich und hilfsbereit. Wir wurden sogar einmal vor dem Weitergehen zum Strand gewarnt, weil das ein unsicheres Gebiet sei.
|
 |